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Suchtkind

Ich bin kein Junky, kein Alkoholiker, kein Kiffer,
kein Kokser, kein Speedsüchtiger...nicht nur!


Ich bin ein Suchtkind
Ein Hippi
Ein Schamane
Ein Poet
Ein Suchender
Ein Findender
Ein Genießer
Ein User
Ein Missbraucher
Ein Idiot
Ein Selbstzerstörer
Ein Polytoxikomane
Ein Kind des Kicks...ein Suchtkind eben.

Nie nüchtern, nie auf eine Droge wirklich fixiert,
niemand Besonderes aber nicht wie ihr.

Ich nutze dieses Log um zu schreiben. Ich will die Vergangenheit einholen bevor sie mich einholt. Und soll es als mahnendes Beispiel dienen, soll es die abschrecken die sich für diesen Weg entschieden haben aber noch zurück können. Denn wer diesen Weg eingeschlagen hat und gegangen ist kann nicht mehr zurück!







GÄSTEBUCH


Link: Wie alles begann...


Verfasst am 11.01.2007 14:31:46 Uhr
Der harte Kern der Kiffergemeine, die Hardcorefeierer und die Dealer
Den harte Kern der Kiffergemeinde gab es nach wie vor. Sie trafen sich immer noch täglich irgendwo, meistens draussen, an Seen oder irgendwelchen Plätzen. Angeln und Picknicks standen mittlerweile eher im Vordergrund als das Kiffen, denn die Extremen von uns kapselten sich von ihnen ab und bildeten ihr eigenes Grüppchen, die Hardcorefeierer. Wir trafen uns weiter jedes Wochenende in der grossen Stadt im zur Disko umgebautem Fabrikgebäude, auf grösseren Raves oder Events wie der Loveparade. Hope und ich zelebrierten nach wie vor unser Ritual und schoben uns mit den Worten Have more Fun mit Wahnsinn befüllten Kapseln gegenseitig in den Mund, zappelten stundenlang zu wummernden Bässen auf der Tanzfläche oder sassen in meinem Feiermobil und zogen Speed, futterten Teile und kifften als ob es kein Morgen gäbe.
Ich finanzierte mir diese Exzesse weiterhin mit dealen, hatte immer mein Döschen mit etwa 50 Gramm, in kleine 0,5-2 Gramm gebrochene, vorgewogenen und mit Preis beschrifteten Haschischstückchen dabei. Aber immer häufiger kam es vor dass ich auch Speed, Teile oder Tickets mit hatte.
Vier von uns entwickelten sich mehr und mehr zu Dealern, darunter auch mein erster und zweiter Dealer, die beide wenigstens`n bissi auf dem Teppich blieben, obwohl der eine schon immer das protzigste Auto und das schnellste Motorrad fahren musste, aber er war auch von Beruf "Sohn", was demnach nicht weiter ins Gewicht fiel.
Obay allerdings verfiel in eine Art Wahn, er kaufte sich`n dicken Benz und wurde unvorsichtig, brüllte "kiff kiff" an öffentlichen Plätzen, was wohl komisch sein sollte, begann mit Zuhältern rumzuhängen und begann auch seine Freunde abzuziehen. War nur eine Frage der Zeit bis ihn gekascht haben. Könnte gut sein dass er immernoch oder schon wieder einsitzt.
Ich blieb meinem Stil und den Mengen treu, holte alle 2 bis 3 Tage`ne halbe oder ganze Platte "auf Kom", ritzte diese mit einem Messer vor und brach die Riegel dann an der Tischkante, und diese dann weiter zu etwa 0,5-2 Gramm grossen Brocken, wog jede einzelne ab und ritzte den Preis mit einem Messer oder Nagel ein, verkaufte es an der zentralen Bushaltestelle in der kleinen Stadt in der ich weiter zur Schule ging, auf meinen Rundfahrten zu meinen Stammkunden oder eben in der Disse.
Nur immer häufiger bekam ich dann auch anderes in die Hand gedrückt: Mal`n Beutel Speed, mal`n Beutel mit Pillen...
"Wirste das auch los?"
"Klar."
"Dann nimm mit"
Trotz allem beliess ich es meistens bei der Haschdealerei. Ich machte, je nach Angebot und Qualität, zwischen 4 und 7 Mark am Gramm. Das meiste meines Profits ging allerdings für Eigenbedarf, Sprit und Feierei drauf, aber ich hatte immerhin immer ein sehr gutes Taschengeld.
Meinem ersten Dealer konnten die Cops trotz mehreren Hausdurchsuchungen nichts. Der zweite war später in einem riesen Kokaindeal verwickelt und sass ein paar Jahre ein, der Dritte wurde aufgrund seiner Dummheit gekascht und sass mindestens einmal ein...und ich wurde später gekascht, aber dazu später.
Von den Hardcorefeierern weiss ich nicht viel, zu Hope hab ich immer noch Kontakt, er hängte sowohl das Kiffen als auch das Feiern an den Nagel, startete eine kurze Kokserkarriere und lebt heute ein relativ gefestigtes Leben. Einer heiratete später und nahm den Namen seiner Frau an weil er mehrere zehntausend Mark Schulden hatte. Die Ehe hielt nicht lange...er hat sich wohl irgend wo hin abgesetzt wo ihn niemand kennt. Ein paar von uns sassen in der Klapse, "zu viel des Guten"...und einer ist tot. Er hat immens viele Schulden gemacht und wurde eines Tages in einem Hauseingang in der grossen Stadt mit einer Spritze im Arm gefunden. Angeblich waren keine Fingerabdrücke auf der Spritze...auch nicht seine eigenen.
Den harten Kern der Kiffergemeinde gibt es heute immer noch. Sie treffen sich immer noch fast täglich, Angeln und Klönen steht im Vordergrund, Chemo und selbst Bongs sind verpöhnt, die Tütchen aber gehören zum ganz normalen Umgangston..."New Age Hippies" könnte man sagen.
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Verfasst am 11.01.2007 12:48:04 Uhr
Mittelalterliches Käsefondue
Die Kiffergemeinde spaltete sich langsam in drei Gruppen: Die Hardcore-Feierer, die Dealer und der harte Kern der Kiffergemeinde.
Ich war so eine Art Bindeglied zwischen allen dreien, der einzige der regelmässig mit allen Kontakt hatte.
Auch wenn ich von den anderen wohl eher als Dealer gesehen wurde, ich bin nie ins grosse Geschäft eingestiegen, hab mir kein protziges Auto und teure Klamotten zugelegt, bin meinem Stil treu geblieben. Immer treu dem Motto Have more Fun, was sich zu einer Art Feier-Schlachtruf entwickelte...
"Was machstn am Wochenende"
"Disse...wie immer. Warum?"
"Kennste die Burg hier in der Nähe?"
"Klar, aber selbst da gewesen bin ich noch nicht."
"Wir treffen uns da Samstag Nachmittag. Wir wollen das Mittelalter zelebrieren."
"Ihr wollt was?"
"Naja, wir verkleiden uns mittelalterlich, futtern Pilze und essen Käsefondue."
Ich konnte mir ein Grinsen bei der Vorstellung nicht verkneifen.
"Klingt gut."
"Kommste?"
"Yes"
Verkleiden...okay...Mittelalter...
Schweres Schuhwerk, ein paar Fransen an die Lederhose und ein Schaffell umgehangen. Keine Ahnung was ich darstellte aber sah mittelalterlich aus.
Ich folgte der Beschreibung, die nicht sonderlich schwer war: "Du fährst unten auf den Parkplatz und läufst einfach gerade aus den Hügel hoch, dann kommst Du direkt zur Burg."
Auf halbem Wege hörte ich schon "Kampfgeschrei", ein paar Schritte weiter sah ich dann einen Ritter in leichter Rüstung der auf einen mir ähnlich Gekleideten einschlug.
"Haltet ein werter Rittersmann"
"Waaaaah...." Ein ziemlich ungehaltener und erstaunlicher Laut für einen Ritter. Beide liefen auf mich zu und begleiteten mich zu den anderen, die tütchenrauchend in der Sonne lagen.
Es waren ungefähr 15, Feen, Ritter, Hofdamen, Bauersleut und sogar ein Hofnarr mit aus Alufolie geformten Spitzen für die Schuhe. Ich musste herzhaft lachen als ich das sah.
Ein grosses Hallo in und von der Gruppe.
Die skurrilsten Utensilien wurden zur Verkleidung verwendet, von bemalten Pappstücken über umfunktionierte Einschultüten bis Alufolie...aber richtig lachen mussten wir über den jetzt eintreffenden Ritter, der sich in eine Kinderplastikritterrüstung mit Kinderplastikschwert gezwängt hat.
Das Wetter war genial, der Ort gut gewählt. Hin und wieder kamen zwar mal ein Spaziergänger oder ein Pärchen vorbei, die uns zwar mit grossen Augen erstaunt begutachteten aber sie liessen uns in Ruhe, immerhin waren wir eine Gruppe von etwa 20 mehr oder minder mittelalterlich gekleideter Kids im Alter von 18 bis 28.
Dann wurde feierlich eine ziemlich grosse Tupperdose aus einem Rucksack geholt und mit den Worten "Esset meine Freunde, esset vom Köstlichem Mahl das uns Mutter Natur geschenket hat. Auf das wir glücklich und fröhlich dem Mittelalter fröhnen..." rumgereicht. Schwer zu sagen, aber ich schätzte dass es so um die 800-900 Pilze der Gattung Psilocybe semilanceata, dem in Deutschland heimeligen spitzkegligem Kahlkopf gewesen sein müssten, die da herumgereicht wurde. Die meisten zählten ihre Pilze ab bevor sie sie assen.
Der spitzkeglige Kahlkopf ist ziemlich klein, erst lohnenswert zu pflücken wenn er fast oder ganz ausgewachsen ist. Dadurch ist jeder Pilz etwa einheitlich gross und lässt sich so sehr gut dosieren.
8 Pilze sind schon spürbar. 15 können schon sehr lustig sein. 30 sind schon recht heavy, können bei labilen Menschen und unter schlechtem Set und Setting eine Psychose auslösen. Bei etwa 50 Pilzen treten schon recht starke optische Halluzinationen auf und das Tastgefühl wird verändert. Und dennoch gibt es Freaks die sagen "Unter 100 wird`s schräg", aber ich rate dringlichst von Eigenexperimenten ohne Tripsitter, also jemand der nüchtern oder sehr erfahren ist und dabei bleibt und aufpasst, ab. Psychosen sind nicht selten und "Ist doch eine natürliche Droge" ist hirnrissiges, dummes Geschwafel. Die Natur birgt Drogen und Rauschzustände, die durch chemische Synthese nicht mal annähernd zu erreichen sind.
Ich griff in die Dose und nahm eine gute Hand voll, ich schätze mal so 40-50 und kaute auf ihnen rum bis ich einen schleimig-klebrigen Ball im Mund hatte den ich mit Bier in einem runterschluckte.
Es dauerte etwa eine viertel Stunde bis die ersten anfingen zu kichern. Ein riesiger Joint machte seine Runde um den Wirkungseintritt ein wenig zu beschleunigen. Ich zog zwei mal und reichte ihn weiter.
Eine mir gut bekannte kribbelnde Wärme entstand in meiner Magengegend die sich von da langsam über den ganzen Körper ausbreitete, und es dauerte nicht lange bis das erste verpilzte Gequatsche und Lachen los ging, und innerhalb von Minuten schien sich dann die volle Wirkung bei uns allen so ziemlich zeitgleich einzustellen. Meine Hände und Füße kribbelten und ich konnte förmlich spüren wie sich meine Pupillen weiteten und meine Sicht, obwohl es heller Tag war, sich veränderte. Ich kicherte vor mich hin als ich durch die Runde sah und mir die verpilzten Gesichter der verkleideten Mittelalterrunde ansah.
Der Narr neben mir sprang auf und ging voll in seiner Rolle auf. Er pöbelte die Bauersleut an und belustigte auf wackligen Beinen und mit wild verzerrtem Gesicht und Grimassen das Edelvolk, die sich alle vor Lachen kaum noch aufrecht sitzend halten konnten.
Plötzlich ging ein Raunen durch die Menge:"Spaziergänger..."
Wir versuchten unser Lachen so weit es ging zu unterdrücken als das schon etwas ältere Pärchen mit erstaunten Gesichtern an uns vorbei gingen. Ich will nicht wissen was die gedacht haben: Einer Gruppe von etwa 20 verkleideten Kids mit durch Grinsen verzerrten Gesichtern, die kichernd am Samstag Nachmittag auf dem mit Gras bewachsenem Burghof einer recht abgelegenen Ruine saßen und sich teilweise in die Hand bissen damit sie nicht laut los prusten, begegnet man sicherlich nur sehr selten. Vorallem der eben noch umher gesprungene Hofnarr muss ein skurriles Bild abgegeben haben...
Das Pärchen, das uns keine Sekunde lang im Vorrübergehen aus den Augen liess und uns freundlich aber ängstlich anlächelten und zunickten, war noch nicht ganz ausser Sichtweite, da konnten wir schon nicht mehr an uns halten. Wir prusteten los als hätte sich eine Lachenergie in uns aufgestaut die jetzt dringend nach draussen musste. Das Pärchen betrachtete erst uns, dann sich unsicher, beschleunigten ihr Tempo sichtlich bis fast-jogging und waren nicht mehr gesehen.
Wir lagen allesamt im Gras vor Lachen...nur der Hofnarr, der mittlerweile wieder neben mir saß, schien zu weinen: Er hatte sich eine Alufolienspitze seines Schuhs bei seinem Rumgehopse abgebrochen und versuchte diese mit zittrigen Händen wieder an den Schuh zu drücken als sei es Knete, was natürlich misslang. Plötzlich schienen alle um ihn besorgt, er bekam die skurrilsten Tipps und Utensilien von allen Seiten, von einem klerinen Streifen Tesafilm, den sich jemand von der Verkleidung abmachen konnte bis kleine Stöckchen, die er als Aufstecker zwischen die Bruchstelle stecken sollte was natürlich in dem Zustand völligst misslang. Einer wollte schon zum Auto laufen um Klebeband zu holen, aber der Hofnarr entschied sich dann doch auch die zweite Schuhspitze schweren Herzens abzubrechen. Und schon sprang er wieder lachend auf und schlug ein Rad und versuchte mit Tabakbeuteln zu jonglieren, was die besorgte Runde wieder in ein einziges Knäuel lachender, im Gras rumwälzender mittelalterlicher Gestalten verwandelte.
Später kam noch eine Familie mit zwei Kindern die sich in einer anderen Ecke des Burghofes, in voller Sichtweite von uns, zum Picknick nieder liessen. Wir waren mittlerweile viel zu verpilzt um uns zurück zu halten. Sie winkten uns freundlich zu und wir winkten wild johlend zurück. Ich will nicht wissen was die gedacht haben aber sie blieben erstaunlich lange, liessen sogar zu dass sich die Kids unsere Runde von nahem betrachteten. Besonders unser Hofnarr hatte es ihnen wohl angetan...
Ein paar Joints machten die Runde als die Familie dann endlich "aus unseren Gefilden abgereist" war, und die Wirkung begann langsam abzuklingen.
Der Ruf nach Käsefondue wurde laut, das dann auch stilecht vorbereitet wurde: Ein kleines Feuerchen und ein grosser Topf mit Käse in eine Dreistockkonstruktion mit ener Kette darüber. Die Freude währte nicht sehr lange denn irgendjemand schmiss im verpilztem Kopf die Konstruktion um, was ein paar von uns nicht davon abhielt mit Stöckchen den Käse, der den Boden nicht berührte, aufzurollen und zu essen. Die Ausbeute war nicht gerade gross, im Gegensatz zum Gejammere über das schöne Käsefondue, in das sich besonders der Hofnarr rein steigerte bis er wieder so lachen musste dass ihm die Tränen runter liefen...
Der Tag klang parallel zur Wirkung der Pilze ab und nach und nach löste sich die Gesellschaft wieder auf...
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Verfasst am 04.12.2006 16:58:30 Uhr
Verlieben, Beziehung, Sex und neue Freunde
Ich hatte damals keine Freundin. Wie auch. Eine Beziehung zu einem Mädel die keine Drogen nimmt war ausgeschlosen. Was hätte ich diesen auch sagen sollen? "Hey, ich nehme regelmässig Drogen, kommst Du damit klar? Achja, und dealen tu ich auch, habe daher wenig Zeit." Diese Menschen meideten mich sowieso oder beobachteten mich verstohlen aus der Ferne. Und die Mädels die auch feierten legten es auch nur eher selten darauf an eine feste Beziehung zu suchen, und selbst wenn, ich war ständig so zerschossen dass ich zur verbalen Kommunikation sowieso nicht in der Lage war.
Wer weiss, vielleicht hätte es mit Irsa geklappt, aber uns hat die Feierei getrennt, aber auch wieder zusammen geführt, nur anders. Wir waren beides Suchtkinder, Geschwister des Kicks, vereint durch die Sehnsucht nach dem Rausch.
Irgendwann, als wir wieder nach dem Feiern morgens mit ein paar Leuten in ihrer Wohnung sassen und ich aus dem Bad kam passte sie mich im Flur ab.
"Ich hab so eine Lust."
"Hmm?"
"Ich hätte Bock zu ficken."
Ich hatte es zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht geschnallt. Kurz vorher stand sie mit Betz in der Küche und so verpeilt wie ich war bezog ich es darauf.
"Mit Betz?"
"Naja, manchmal...ich meine wenn wir Lust haben...ja, passiert schonmal."
Ich stand weiterhin da uns sah sie ziemlich verpeilt an, was sie wohl nicht wirklich anmachte, denn nach einiger Zeit drehte sie sich um und ging zurück in die Küche, kam mit Betz wieder raus und verschwand in ihrem Schlafzimmer.
Wirklich verstanden was sie wollte habe ich erst am nächstem Tag.

Ich hatte in den vier Jahren nicht einmal Sex, was mich nicht weiter störte. Für eine Beziehung war ich nicht tauglich, das wusste ich selbst, für Onenightstands war ich eigentlich nicht zu haben und meistens viel zu verpeilt und die Kicks holte ich mir auf andere Art und Weise. Manchmal war es schon die Vorfreude auf den Rausch, und das Gefühl das man hat wenn eine Ecstasy anfängt zu wirken, die mir ein Gefühl verschaffte welches mit Sex schon fast vergleichbar ist.

Aber ich lernte auf einer solchen Afterparty bei Irsa auch Soraja und ein paar Jungs aus einer anderen Stadt kennen. Soraja war donnerhübsch, ein paar Jahre jünger als ich, schlank, lockiges, kaum zu bändigendes kurzes, dunkles Haar und wunderschöne dunkle Augen, die mich vom erstem Moment anfunkelten und wahnsinnig faszinierten. Auch sie war ein Kickkind. Wir kifften. Wie immer. Ich war erstaunt wie ein so junges, zierliches Ding eine so große Bong randvoll mit dichtem, gelblichem Qualm ziehen konnte. Sie setzte kurz ab, atmete aus und zug das Ding problemlos komplett leer. Immer und immer wieder trafen sich unsere Blicke an diesem Morgen, und mit jedem Mal blickten wir uns länger in die Augen. Seit diesem Morgen ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Aber wir trafen uns immer öfter beim Feiern. Geredet haben wir nie viel. Wir schauten uns nur stundenlang verträumt in die Augen...bis sie eines Tages im Arm eines Typen aufkreutzte. Schabi, einer der Jungs aus der anderen Stadt, mit denen sie immer kam, erzählte mir dass es ihr Freund sei. Trotzallem änderte es nichts daran dass wir uns, wo auch immer wir uns trafen, wir uns immer und immer wieder lange in die Augen schauten, wenn ihr Frend nicht da war.

Ich verstand mich mit Schabi sehr gut. Eigentlich von Anfang an. Ich besuchte sie auch hin und wieder in der anderen Stadt. Schabi zog zu der Zeit mit Soraja und noch ein paar anderen Leuten in eine WG, wo ich letztendlich mindestens alle zwei Wochen zu Besuch war. Die Freundschaft zu Schabi besteht heute noch. Einer meiner wenigen Freunde zu denen ich heute noch Kontakt habe. Ein sehr wertvoller Freund. Aber er war es auch, der meinen schon recht starken Konsum bis ins Exzessive steigerte.

Schabi und ich saßen oft im Auto zusammen und haben einen Kopf nach dem anderen geraucht und im Halben- bzw. Viertelstundentakt entweder eine Nase gezogen oder uns gegenseitig halbe oder ganze Pillen in den Mund steckten. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen seiner Lieblingssprüche:
"Wie, halbe Pille? Halbe Pille, halber Turn."
Und schwupps hatte ich doch wieder eine ganze Pille im Mund stecken.
Eines Tages blickte Schabi auf, bekam grosse Augen und sagte mir es sei schon hell. Ich musste lachen, schaute dann aber selbst auf und erschrak. Die Disko hatte schon lange zu, wir waren das einzige Auto mitten auf dem großem Parkplatz und die Sonne stand mitten am Himmel. Es war 11 Uhr vormittags...

Ich ahnte damals schon dass wir noch viel miteinander erleben sollten.
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Verfasst am 04.12.2006 15:28:12 Uhr
Hope und die Überraschungskapseln
Nach und nach zogen am Wochenende einer nach dem anderen aus der Kiffergemeinde nach. Wir waren ungefähr 15 Leute, 10 davon die jedes Wochenende im altem Fabrikgebäude zu den besten DJ`s der Welt abzappeln und feiern gingen. Danach trafen wir uns bei Irsa um weiter zu machen, oft weiter bis in den Abend herein. Die E`s futterten wir teilweise wie Smartys, Dope war immer genug da, Speed wurde gestreut wie Puderzucker. Im druffem Kopf kamen die wahnsinnigsten Ideen, wir bastelten uns gigantische Bongs, legten Formen wie Häuser, Spiralen oder Tiere mit Speed um das nach chemischen Rosen riechende, ätzende Zeug in die Nasenflügel zu jagen bis nichts mehr rein ging und es in mächtigen Schwällen und Klumpen den Rachen runter lief, Wettkämpfe wer die längsten Bahnen am Stück ziehen kann....
Hope, mein bester Freund, mit dem ich schon das Punkdasein teilte, fing irgendwann an mit mir ein Spiel zu spielen: Eines Tages drückte er mir eine Kapsel in den Mund mit einem manisch-breitem Grinsen:"Hier, hab ich für Dich gebastelt. Lass Dich überraschen."
Nach einer dreiviertel Stunde donnerte es dermaßen in mir, dass ich mich erstmal setzen musste. Ich hatte einen Pulsschlag wie noch nie im Leben, ich musste mich zurück lehnen und hatte das Gefühl dass es mir die Augen nach hinten verdreht, ein Gefühl, eine Beben, ein Wummern in mir das man nicht beschreiben kann.
Nach einiger Zeit öffnete ich kurz die Augen weil das Gefühl mit einem weiterem, unruhigem aber sehr angenehmen Gefühl verschmolz. Ich konnte sehen wie sich die schon leicht verschobenen und flimmernden Formen ein Glänzen annahmen, alles begann zu strahlen, als wären alle Dinge mit einer sichtbaren Aura umgeben: LSD!
Die Überdosierung flachte langsam ab und ich konnte jeden der 250 Beats per Minute in und an mir spüren. Ich stand auf und ging zur Tanzfläche, zückte meine Sonnenbrille und setzte sie auf. Eine Nickelbrille mit grünen Gläsern, was die optischen Haluzinationen im Strobolicht nur noch verstärkte. Ich stand auf der Tanzfläche und begann mich zu bewegen...ich tanzte bis ich die ganze Welt um mich vergass. In meinem Kopf nahmen die wallenden und wabbernden Farben langsam Gestalt an, ich konnte einen Horizont erkennen, eine riesige Wiese auf der ich stand...und ich konnte sogar den weichen Rasen unter meinen tanzenden Füßen spüren, vier Sonnen um mich herum die mich von allen Seiten beschienen und ihre Strahlen, die meine Haut erwärmten.
Als wir im Auto saßen und schon ein paar Bongs geraucht hatten, erzählte mir Hope später, dass er mich versucht hat anzusprechen, mich zu rütteln, er habe mir sogar eine leichte Ohrfeige gegeben auf die ich aber nicht reagiert hätte. Ich war wohl über 6 Stunden am Stück auf der Tanzfläche, nicht ansprechbar, ein seliges Lächeln im Gesicht, in absolut tiefster Trance.
"Alter, was war denn in der Kapsel?"
Er lachte.
"Eineinhalb Teile und den Rest hab ich dann mit Speed aufgefüllt. Krasses Zeug, so frisch dass man es nicht mal legen und ziehen kann. Paste vom Feinsten."
Er grinste mich an.
"Naja, und in der Mitte war ein halber Micro."

Seit diesem Tag spielten wir unser Spielchen weiter. Zur Begrüßung schoben wir uns gegenseitig die irrsten Kapseln in den Mund, gefüllt mit dem Besten was momentan zu bekommen war. Nur blieb es nicht aus dass man im Happyrausch des Ecstasys von jemandem hier ein Viertelchen und da noch eine halbe Pille zusätzlich in den Mund gesteckt bekam. Es blieb nicht bei dieser einen Überdosierung...



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Verfasst am 25.11.2006 10:41:09 Uhr
Irsa
Irsa war eines der Mädel aus unserer Clique, die sich längst als Kiffergemeine etabliert und unter uns scherzeshalber so genannt wurde. Bis zu dem Wochenende an dem ich mir das erste mal was eingeklinkt hatte haben wir uns auch mal so getroffen, telefoniert, gequatscht...nur seit dem Wochenende war ich süchtig nach dieser inneren Wärme, dem Abgelöst sein, dem Tanzen ohne Limit, dem Serotoninschwall der einen überkommt, wenn man sich die "kleinen bunten Pillen gegen die Traurigkeit" einwirft. Alles andere rückte in den Hintergrund. Ob sie in mich verknallt war? Kann sein. Ob ich in sie verknallt war? Keine Ahnung.
Eines Abends stand dann auch sie in der Disko vor mir. Ich war völlig zerschossen aber ich hatte das Bedürfnis mit ihr zu reden, ihr das zu erklären.
Die Disko war in einm alten Fabrikgebäude. Im ersten Stock waren vermietete Räume, irgendwas mit Kultur, sicher verschlossen hinter einer Stahltür. Im zweiten Stock war die Disko, aber man konnte auch in den dritten und vierten Stock gehen, nur waren diese Räume auch durch Stahltüren verschlossen.
Ich bat sie mit zu kommen. Wir gingen die Treppe ein Stück hoch und setzten uns. Hier war es ruhiger, eine Unterhaltung durchaus möglich ohne sich anschreien zu müssen.
Da sassen wir also...krampfhaft versuchte ich Sätze in meinem Kopf zu bilden, was mir auch einigermasen gelang, nur das dann auch noch auszusprechen, während regelmäßige kraftvolle Wellen meinen Körper unter sich begruben...
Ich stammelte etwas davon dass es mir leid tue und dass ich irgendwie nicht reden kann...Sie stoppte mich, schaute mich ganz ruhig mit leicht glasigen Augen und stark erweiterten Pupillen an und sagte:"Ist schon gut. Ist schon okay...".

Nach wenigen Wochen schon zog sie in die große Stadt und wir haben uns bei ihr regelmäßig zur Afterhouer getroffen. Was aus ihr geworden ist? Gute Frage...
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